von Peter Peuker

Jedes Jahr das gleiche Theater. Vor dem Campingurlaub steht erstmal die Packerei an. Das Packen selbst ist ja nicht mal so schlimm, denn die Vorfreude auf den Urlaub ins „Gelobte Land“ (= Schweden) steigt dabei zusehends. Spannend und stressig wird’s wenn alles im Auto verstaut werden muss. Irgendwann ist das Auto voll. Nur noch zwei, drei kleinere Gepäckstücke. Die Hoffnung steigt, es doch irgendwie zu schaffen. Doch da werden noch drei Kisten angeschleppt. „Hier, die müssen unbedingt noch mit. Schließlich wollen wir ja alle gut versorgt werden. Du wirst es schon schaffen!“
So oder ähnlich sieht es sicherlich bei einigen Outdoor-Urlaubern mit Familienanschluss vor Reisebeginn aus. Eigentlich ein gutes Argument für ein neues größeres Auto. Das neue outdoor-kompatible Auto kam erst ein paar Jahre später. Vorerst musste eine andere Lösung her. Warum nicht den Kanadier als Stauraum für leichtere Ausrüstung, wie z.B. Isomatten, Schlafsäcke, Paddel, Angeln nutzen? Das Boot selbst wiegt nur knapp über 20 kg. Bis zum Erreichen der zulässigen Dachlast sind also noch etliche Kilogramm offen. Die notwendige Konstruktion muss beim Kielobentransport des Bootes ein Herausfallen des Gepäcks verhindern und eine zusätzliche Sicherung ermöglichen. Natürlich sollte das Gewicht relativ gering und eine leichte Montage der Konstruktion möglich sein.
Zeichnung gemacht, im Baumarkt Holzlatten sowie div. Schrauben gekauft und los geht’s.

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Bild1
Trägerkonstruktion aus 4 Längslatten (1600mm x 40mm x 20mm). Die Querlatten A halten den Träger seitlich im Boot. Die Lattenpaare AB arretieren die Konstruktion an den Duchten des Kanadiers und sichern somit in Längsrichtung (siehe auch Bild 5). Die beiden Latten C dienen u.a. als Anschlagpunkte, um das Gepäck zu sichern.
Bild 2
Die Querhölzerpaare E auf den Latten AB befestigen die Trägerkonstruktion an den Duchten nach oben und werden mit Flügelmuttern verschraubt. Zur Montage bzw. Demontage des Trägers werden diese abgenommen.
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Bild 3
Um Beschädigungen am Gepäck durch Schraubenköpfe zu verhindern , wurden Schlossschrauben als Verbindungsmittel verwendet.
Bild 4
Der Abstand zwischen den Längslatten beträgt 9 cm. Alle Konstruktionsmaße sind jedoch abhängig von den jeweiligen Bootsmaßen, wie z.B. Innenbreite oder Abstand der Duchten.
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Bild 5
Im Kanadier montierter Träger. Im Vergleich zu Bild 1 ist der Träger hier um 180° gedreht zu sehen. (Sorry, für den kleinen Regiefehler.) Die Montage erfolgt in dem der Träger von oben zwischen den Duchten eingefädelt und dann an diesen arretiert wird.
Bild 6
Gesamtansicht
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Bild 7
Leichtes Tourengepäck für 4 Personen in Packsäcken (z.B. Schlafsäcke, Isomatten) eignet sich zum Verstauen mittels der Trägerkonstruktion im Kanadier.
Bild 8
Zuerst wird das Gepäck ins Boot geladen.
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Bild 9
Anschließende Montage der Trägerkonstruktion wie im Text zu Bild 5 beschrieben.
Bild 10
Paddel oder Angeln werden als letztes zwischen die Längslatten geschoben.
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Bild 11
Die vorn und hinten liegenden Gepäckstücke werden mit geeigneten Befestigungsmitteln (z.B. Gepäckgummis oder Spanngurte) gesichert. Paddel und Angeln können einfach mit Kabelbindern befestigt werden.
Bild 12
Fertig zum Verladen.

Fazit:
Tausende Kilometer auf Skandinaviens Straßen im Golf Variant, hat die Nutzung des Bootes als Stauraum durch die einfache Trägerkonstruktion gute Dienste geleistet. Besonders unsere Kinder auf den Rücksitzen hatten mehr Platz. Der Kofferraum war entlastet und die Heckklappe konnte nun auch geschlossen werden, ohne dass ich Angst haben musste diese würde sich nicht mehr öffnen lassen. (Ist uns übrigens in Schweden wirklich mal passiert. Die letzte Urlaubswoche habe ich das Auto dann immer von vorne ent- bzw. beladen) Das Gewicht von Boot mit Gepäck lag etwa bei 35-40 kg. Das Verladen auf den Dachträger ist wegen der Lastenverteilung nur zu zweit zu bewerkstelligen. Die zulässige Dachlast darf natürlich nicht überschritten werden und das höhere Gewicht ist bei der Sicherung des Bootes für den Transport zu berücksichtigen. Die Verantwortung für die Ladung und deren Sicherung liegt beim Kraftfahrer.

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