von Peter Peuker

Alle geschichtlich interessierten Paddler möchte ich auf die Romantrilogie von A. E. Johann über die Erschließung Kanadas, erschienen mit dem Untertitel „Aus der Frühe Kanadas“, aufmerksam machen.
Der von A. E. Johann über viele Jahrzehnte exakt recherchierte inhaltliche Rahmen des Romans führt Euch ins Kanada des 18. Jahrhunderts. England und Frankreich streiten um die Vormachtstellung in Nordamerika. Europäische Einwanderer, besonders Franzosen, Engländer und auch Deutsche, geraten in diesen Konflikt obwohl sie u.a. wegen solcher Konflikte ihre Heimat in Europa verlassen haben.
Auf der Flucht vor Repressalien durch die englische Exikutive gelangen der aus der Lüneburger Heide stammende Deutsche, Walter Corssen, und andere Einwanderer immer weiter in den Westen des Nordamerikanischen Kontinents.
Auf der Suche nach einem freien Leben erschließen sie mit ihren Kanus über die Großen Seen, die Flusssysteme und beschwerliche Portagen das Land und betreiben, neben der mächtigen Hudson Bay Company, Pelzhandel mit den Indianern.
Die Voyageure, die in ihren Birkenrindenlastenkanus Tauschwaren von Ost nach West und Pelze von West nach Ost transportieren, müssen unter unmenschlichen Strapazen gewaltige Entfernungen auf dem Wasser zurücklegen und bei den Portagen Boote und Ladung über riesige Strecken schleppen.
Die Konkurrenz zwischen den Pelzhandelskonzernen, zunehmende Ausbeutung der Pelztierjagdgründe und die immer länger werdenden Transportwege zwingen zur Suche nach immer neuen Handelsposten und Transportwegen. So wird im Roman auch geschildert wie sich der Schotte Alexander Mackenzie im Auftrag der North West Company auf die abenteuerliche Reise begibt, um einem Wasserweg zum Pazifischen Ozean zu finden.

Zu der Romantrilogie über die Erschließung Kanadas, in der auch die Bedeutung des Kanus als Transportmittel umfassend geschildert und gewürdigt wird, gehören die Bände „Ans dunkle Ufer“ (Bd. 1), „Wälder jenseits der Wälder“ (Bd.2) und „Hinter den Bergen das Meer“ (Bd. 3). In diesen Büchern sind auch kleine Kartendarstellungen enthalten, die teilweise die Wege der Pioniere nach Westen auf den Flüssen und Seen darstellen. Die Hauptkanurouten sind genau beschrieben.

Im Weltbildverlag ist die Trilogie in einem Band gekürzt zusammengefasst worden und dort unter dem Titel „Jenseits der Wälder“, 660 Seiten (ISBN 3-8289-0204-9) erschienen.

Der Autor hat viele Jahre in Kanada gelebt und hat fast alle im Buch beschriebenen Orte selbst kennen gelernt. Die im Roman geschilderten historischen Abläufe und genannten Ereignisse sind authentisch. Wer mehr über den Autor und seine Werke wissen möchte, der kann sich auf der Seite www.a-e-johann.de informieren.

Ich habe die gekürzte Ausgabe „Jenseits der Wälder“ das erste Mal 2002 bei passender Atmosphäre während eines Urlaubaufenthaltes in einem Blockhaus am Österdalälven gelesen und war total begeistert. Mit der gleichen Begeisterung hab ich es auch das zweite Mal gelesen und hatte dabei immer den Atlas mit dem Kartenblatt von Kanada neben mir zu liegen. Namen wie „Grand Portage“, “Lake Winnipeg”, „Grand Rapids“, „Rainy Lake“, Saskatchewan River, „Lac la Biche“ und „Athabasca River“ begleiten den Leser mit den Pelzhändlern in ihren Kanus auf den Weg nach Westen.

Natürlich war ich dann neugierig auf die ganze, ungekürzte Romantrilogie, die ich mir im online-Handel günstig beschaffen konnte und dann sofort mit dem Lesen begonnen habe.
Mein Fazit: Unbedingt die komplette Trilogie lesen. Es lohnt sich!
Zahlreiche geschichtliche Zusammenhänge, historische Hintergründe und viele Handlungsabläufe werden dem Leser in der gekürzten Ausgabe vorenthalten. Wenn man sich einmal vor Augen hält, dass die komplette Trilogie über 1500 Seiten umfasst und die gekürzte nicht einmal die Hälfte wird klar, wie viel Inhalt dem Leser vor enthalten wird.

Dieser Roman ist sicherlich eine schöne Lektüre für die bevorstehenden Winterabende und wird Lust zur Planung der kommenden Paddeltouren machen.

Viel Spaß!

Peter Peuker

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